Der 35C3 — Tag 1 ist herum <3

Hallo Ihr Lieben,

ein aufregender Tag geht zu Ende. Heute morgen war ich total hibbelig, wurde dann aber von meinem Chaospaten Matze quasi am Eingang in Empfang genommen und von ihm erstmal durch die kompletten Hallen herumgeführt.

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Anscheinend ist das Wichtigste: Neben den vielen Vorträgen und Workshops genug Zeit und Muße haben, all die tollen kleinen und großen Installationen in Augenschein zu nehmen, Leute anzuquatschen, wenn einem was gefällt oder man mehr erfahren will (ok, das kenne ich vom Schreiben, ich freu mich auch wie irre, wenn mich jemand danach löchert — und ja, auch auf dem C3 sind die Meisten da wirklich total nett!).

Auch wichtig: Es gab erstmal eine To-Do Liste der ChaospatInnen — zumindest den Tschunk und das Bällebad (inklusive unfreiwilliger Smartphonesuche) habe ich heute geschafft ^^

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Dann war ich in zwei Workshops, der erste über Audio Recording Setups (Link folgt bald), weil ich plane, meine Geschichten als Hörbuch aufzunehmen und mich auch ab und an mal an einem Musikstück probiert habe, aber immer nur so niedrig qualitativ. Jetzt habe ich eine gute Idee, was für Dinge ich mir kaufen will (large-membrane Microphone und ein Audiointerface sowie Popschutz) und mit welcher open source Software (Audacity, Adour und für Sprachstücke evtl. auphonic.com) ich der Aufnahme dann den letzten Schliff verpasse. Hörbuch — ich komme!

Als zweites war ich im Hackers Against Climate Change Workshop. Allerdings bin ich hier fast verwirrter herausgekommen, als zuvor, denn leider war es eher eine freie Diskussion mit jeder Menge Widersprüchen, als ein Workshop.

Klimaschutz und auch digital sustainability ist ein weites Feld und es gab einige heiße Debatten darum, ob das Individuum überhaupt etwas tun/erreichen kann (zB durch mäßig reduzierten Konsum), oder ob dies erst nach einem Systemwechsel möglich ist. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass beide Richtungen wichtig sind, Aktionen von Unten und Änderung der “Spielregeln” von oben,  was zu mehr Raum für Aktionen von Unten führt etcetc (“Ping-Pong-Taktik”).

Auch haben wir in einem Pitch erfasst, was wir bereits an interessanten Projekten kennen, dabei wollte ich folgende Vorschläge festhalten:

  • kurzlink.de/tuwat (eine Liste mit Ideen die bei vergangenen Workshops herausgekommen ist)
  • Großkampagnen wie Ende Gelände or Free the soil unterstüzen, denn nur große Aktionen können genügend Druck auf die Industrie/Politik ausüben um Veränderungen zu erzwingen
  • Ecosia statt Google (denn eine Google Anfrage kostet so viel Energie wie eine Energiesparlampe, die eine Stunde lang brennt)
  • Gegen Lebensmittelverschwendung: https://foodsharing.de/
  • Imagine Earth — Ein Computerspiel in dem man andere Planeten besiedelt und direkt die Konsequenzen für seine nicht-nachhaltigen Entscheidungen spüren muss.

Man sieht: Die Ansätze sind vielfältig. Trotzdem dachte ich mir irgendwie: “schade, wie immer gibt es keine Patentlösung” — aber was erwarte ich auch :-/

 

Danach habe ich mir erstmal in Ruhe ein paar wirklich schicke Installationen angesehen. Das Leuchtboard unten (siehe Foto) würde ich mir gern für mein Wohnzimmer basteln (besteht aus kleinen Marmeladengläsern, gefüllt mit LEDs die über einen Microcontroller angesteuert werden) — die Anleitung dazu findet sich hier und hier und Software für den Microcontroller hier.

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Die wunderhübsche Leuchtwand mit programmierbaren Farbwechseln vom Freien Labor Hildesheim
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Eines der Bestandteile der Leuchtwand: Marmeladengläser!

Als nächstes war ich im Vortrag: “Venenerkennung hacken

Im Programm hieß es dazu selbstbewusst: “Die Venenerkennung ist eine der letzten Bastionen biometrischer Systeme, die sich bisher der Eroberung durch Hacker widersetzt hat. Dabei ist sie ein lohnendes Ziel, schützt sie doch Bankautomaten und Hochsicherheitsbereiche. In diesem Talk machen wir die Verteidigungsanlagen dem Erdboden gleich.”

Und tatsächlich: ich war erstaunt, wie einfach es geht, die gängigen Systeme zu täuschen. Man entferne den Infrarotfilter einer Spiegelreflexkamera, schon hat man ein Gerät um Bilder der Hand (der “zu hackenden Person”) zu erzeugen. Mit simpler Bildbearbeitung werden die Venen dann noch stärker hervorgehoben, dann muss das Bild nur noch gedruckt und zwischen eine Handattrappe (kann man selbst aus gelbem Bienenwachs gießen) und einer weiteren, hauchdünnen Schicht aus rotem Bienenwachs gelegt werden. Das ist alles. Das würde ich hinbekommen!

Der Vortrag war nicht sonderlich kompliziert, aber witzig und überzeugend durch seine Einfachheit. Ich habe mich amüsiert.

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Hier erfülle ich Punkt 1 der Todo Liste: Trinke einen “Tschunk” — ein Mate/Caipirinha Getränk. Haut rein.
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Ein Sandkasten mit Höhenlinien wie auf Landkarten. Und wenn man eine Fläche beschattet, dann regnet es dort und man sieht es blau die Berge hinab fließen.

Am Ende war ich noch im Bällebad — empfehlenswert, besonders nach dem “Tschunk”.

 

Mein Fazit:

Das Programm ist so üppig, dass man sich erst mal erschlagen fühlt. Allerdings kann man neben verständlichen Workshops und Vorträgen auch jede Menge schöne Dinge bestaunen oder einfach mit Sand oder Bällen spielen und es ist trotzdem aufregend und neu. Somit ist es fast egal, was man tut — Spaß hat man auf jeden Fall!

 

Morgen geht es weiter <3. Da stehen Löten, Singen und weitere Workshops und Vorträge auf dem Programm — ich werde berichten!

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